Eine Pflegekraft stellt sich vor

Stephanie Bühring arbeitet seit drei Jahren im Jakobi-Stift. Alte Menschen zu pflegen, das ist ihr eine Herzensangelegenheit.

O-Ton „Ja das ist ein wunderschöner Beruf, man sagt mir ja nach, ich bin so ein bisschen der Clown auf  der Arbeit, also wenn die Bewohner einen schlechten Tag haben, dann bringe ich die gern mal zum Lachen und wenn sie lachen, dann bin ich auch glücklich. Es gibt Tage da bin ich mal nicht so gut drauf, aber da holen die Bewohner mich dann aus dem Loch raus, die merken dann sofort: Steffie irgendwas stimmt doch da nicht.“

 

Bis die 33jährige aber tatsächlich als Altenpflegerin anfing, hat es gedauert. Ein wichtiger Impuls war für sie, die Pflege des eigenen Großvaters nach einem Unfall:

O-Ton „Der hat sich die Schulter gebrochen in Norwegen und brauchte danach im Anschluss sehr viel Hilfe und da bin ich ganz oft eingesprungen, weil meine Oma noch berufstätig war.“

 

Nach einem freiwilligen sozialen Jahr in Holstein in ihrer Jugend probierte sie es zunächst mit einer Ausbildung zur operations-technischen Assistentin in Lübeck, stellte schnell dabei fest, das passt nicht zu ihr. Sie orientierte sich neu - machte eine Ausbildung zur Krankenpflegehelferin. Fünf Jahre war sie im ambulanten Pflegedienst tätig und erst dann kam die Umschulung zur Altenpflegerin, ihr heutiger Beruf.

O-Ton „Man hat dann mehr Verantwortung -klar spielt das finanzielle auch eine Rolle- Und diese Verantwortung zu übernehmen, für eine ganze Station oder für eine ganze Tour im ambulanten Pflegedienst, das war eine Herausforderung die ich ausprobieren wollte – wenn das nichts gewesen wäre für mich, dann hätte ich ja immer noch in meinem Beruf als Helferin arbeiten können.“

 

Die Sache war etwas für sie. Das hat sie sehr schnell gemerkt.

O-Ton „Als Altenpflegerin kommt ja die Behandlungspflege dazu, Medikamente verabreichen und stellen, Verbände, subkutane Injektionen, alles was dazu gehört, man lernt dafür mehr, das Aufgabenfeld wächst von mal zu mal.“

 

Das Drei-Schicht-System in der Altenpflege ist für Stephanie Bühring anstrengend, keine Frage. Und schwierig ist es auch, wenn das Personal knapp ist.

O-Ton „Wenn so die Urlaubszeit ist oder der Krankheitsstand hoch ist und man sich eigentlich auf die freien Tage freut und dann doch einspringen muss, macht man gern klar, aber man hat ja auch privat Pläne und dann muss man alles wieder über den Haufen werfen – das ist so, man hat ein Pensum das muss man schaffen, auch wenn nicht genug Leute da sind, aber dann muss man sich gegenseitig motivieren, wenn man dann auch mal sechs, sieben Tage am Stück gearbeitet hat.“

 

Für die Bezahlung kommt es auf die Einrichtung an. Finanziell lohnt es sich aber für sie sagt sie, denn im Jakobi-Stift ist Stephanie Bühring sehr zufrieden mit dem Gehalt. Wer als Altenpflegerin oder Altenpfleger arbeitet, hat eine besondere Verantwortung und leistet täglich wertvolle Unterstützung für Menschen, die darauf angewiesen sind.

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