Portrait eines Auszubildenden

Georg Kaufmann aus Mecklenburg-Vorpommern macht eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Der 17-jährige hat 2016 im DRK-Krankenhaus Mecklenburg-Strelitz angefangen. Georg erzählt hier weshalb er sich für den Beruf entschieden hat, welche interessanten Erfahrungen er mit den Patienten und seinem Team im Klinikum macht und warum er gern anderen Menschen hilft:

Für Georg war nach der Schule ziemlich schnell klar, es soll ein medizinischer Beruf werden. Der 17-jährige stammt aus der Nähe von Neubrandenburg und wohnt nun in Neustrelitz, wo er seine Ausbildung begonnen hat.

O-Ton „Ich lag’ selbst oft genug im Krankenhaus und da dachte ich mir, wie wäre es, dass mal von der anderen Seite zu sehen und so bin ich eigentlich zu diesem Beruf gekommen.“

Selbst im Krankenhaus behandelt wurde Georg, weil er für sein Leben gern auf dem BMX-Rad gefahren ist. Dabei hat er sich aber leider auch ziemlich oft verletzt.

O-Ton „Da hatte ich Knochbrüche, Prellungen und alles – und da lag man ewig im Krankenhaus.“

Georg weiß also aus eigener Erfahrung ziemlich gut, wie es ist, wenn man vorübergehend auf Pflege angewiesen ist. Anfangs wollte er eine Ausbildung zum medizinisch-technischen Assistent bei der Bundeswehr machen. Nach zwei Wochen Praktikum im Krankenhaus, hat Georg aber eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger viel mehr interessiert.

O-Ton „Die Mitarbeiter im Krankenhaus meinten: Wie sieht’s denn später aus mit Dir? Schreib’ mal eine Bewerbung. Dann habe ich zwei Bewerbungen geschrieben, an das Klinikum in Neubrandenburg und direkt an Neustrelitz und dann ging das alles recht schnell.“

Georg wurde von daraufhin zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Schon kurze Zeit später bekam er von beiden Einrichtungen eine Zusage.

O-Ton „Eine Woche lang stand dann die Qual der Wahl, aber Freunde und Familie meinten: Geh’ nach Neustrelitz, das kennst Du und das ist schön klein.“

Gesagt, getan: Der 17-jährige hatte nun schon die ersten Monate der Ausbildung hinter sich.

O-Ton „Es ist mitunter sehr hektisch im Krankenhaus, man wird als Auszubildender gleich den ersten Monaten rein geschmissen, aber es macht auf der anderen Seite auch sehr viel Spaß. Das Team ist super, man wird gleich mit integriert, man fühlt sich eigentlich gut aufgehoben.“

Und so sorgt Georg jetzt mit dafür, dass Patienten die Pflege bekommen, die im Krankenhaus täglich notwendig ist.

„Dem Patienten das Essen reichen, dann die Körperpflege beim Patienten, in der Schule wird es einem theoretisch beigebracht und das ist die Anwendung in der Praxis. Die Schwestern gucken, wie weit man ist, wie viel Erfahrungen man schon gesammelt hat und dann muten sie einem auch höhere Dinge zu, zum Beispiel Blutzucker messen, Insulin spritzen und so was. Also wenn man sich gut anstellt, wird das Aufgabenfeld erweitert.“

Berührungsängste hatte Georg dabei kaum – alles eine Gewöhnungssache, sagt er. Besonders schön ist es für ihn, wenn er mit den Patienten ins Gespräch kommen kann

„Manche sind sehr gesprächig, zum Beispiel ältere Leute, die freuen sich und sagen „Ja bleiben sie doch noch kurz“, dann spricht man mit ihnen. Andere Patienten liegen im Bett und wollen ihre Ruhe, aber es ist schon schön, wenn man kommuniziert und die Arbeit drum herum kurz bisschen vergessen lässt und sich mal normal unterhält.

Eine große Herausforderung ist für ihn das Schichtsystem. Der Wechsel von Spät- auf Frühschicht in der Klinik fällt ihm manchmal schwer. Aber es gibt da eben diese Begegnungen - mit kranken Menschen, die bei Georg einen starken Eindruck hinterlassen. Zum Beispiel, als er sich um einen Schlaganfall-Patienten gekümmert hat und sich dabei mit ihm besonders gut verstand. Genau das ist es, was ihm an dem Beruf gefällt:

„Einfach dieses Zwischenmenschliche, also den Leuten einfach zu helfen. Ich habe mir das so gedacht, wenn ich mal da liege würde, würde ich auch gerne, dass man sich gut um mich kümmert, und dass es demjenigen auch Freude bereitet sich um mich zum kümmern.“

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